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Die Bundesliga-Saison 2025/26 ist vorbei, der Klassenerhalt ist geglückt. Während sich die Spieler in den hochverdienten Sommerurlaub verabschieden, hofft dieser Tage so manch einer noch auf einen Anruf seines Nationaltrainers. Derweil laufen am Geißbockheim bereits die Planungen für die kommende Spielzeit. Über allem schwebt aktuell noch die Ungewissheit bezüglich der Trainerfrage. Geht es mit Interimstrainer Wagner in die neue Saison oder wird es am Ende ein ganz anderer Name? Inside Müngersdorf berichtet, welche Spuren gerade besonders heiß diskutiert werden.
Wagner ist Kesslers A-Option
Nach der Entlassung von Lukas Kwasniok Ende März war die Verwunderung groß, als in Person von René Wagner ein gänzlich unbeschriebenes Blatt für den vakanten Cheftrainer-Posten präsentiert wurde. Damals war berichtet worden, dass es sich zunächst um ein Engagement bis Saisonende handle. Für die Chance auf eine Festanstellung über den Sommer hinaus wurde bekanntlich der Klassenerhalt als Bedingung ausgerufen.
Obwohl der FC dieses Ziel schon frühzeitig erreicht hat, bestehen bei vielen Fans weiterhin Zweifel an der Personalie Wagner. Zu dessen Einstand zeigte die Mannschaft zwar ordentliche Auftritte in Frankfurt (2:2) und gegen Bremen (3:1), dieser Eindruck kippte aber im Saisonfinale zunehmend in die andere Richtung. Gegen die unmittelbare Konkurrenz St. Pauli (1:1), Union Berlin (2:2) und Heidenheim (1:3) konnte Wagner kaum noch stichhaltige Argumente liefern, sodass der Trend zuletzt eindeutig in die negative Richtung zeigte. Thomas Kessler gilt intern weiterhin als großer Befürworter Wagners, vermied nach der 1:5-Pleite in München aber ein klares Bekenntnis zu seinem Schützling. Dieser hatte nach dem Spiel konstatiert, er warte nun auf ein Zeichen vom Verein und wolle mit Thomas sprechen.
Für Wagner spricht seine klare und offene Kommunikation – sowohl intern als auch extern. Diese wirkte unter Vorgänger Kwasniok wiederholt unprofessionell und sorgte für Unmut bei weiten Teilen der Mannschaft. Obwohl Wagner also das übergeordnete Saisonziel erreicht und das Kommunikationsproblem in den Griff bekommen hat, kommt bei den Fans nicht gerade Euphorie auf. Bereits nach dem Spiel in Berlin kritisierten Fans und Experten die Wechselpolitik des Trainers und hinterfragten dessen Bundesligatauglichkeit.
Fans und User sind skeptisch
Ein Punkteschnitt von 0,86 spricht auch nicht unbedingt für Wagner. Auch das Vermissenlassen einer klaren Spielidee ist ein anhaltender Kritikpunkt in Fankreisen. Laut einer Umfrage des Express sprechen sich rund 82% für eine Neubesetzung des Trainerstuhls aus (Stand 19.05.).

Derzeit findet am Geißbockheim die analytische Aufbereitung der Saison statt, ehe es zu einer finalen Entscheidung in der Trainerfrage kommt. Laut FC-Präsident Stobbe befinde sich Wagner aktuell in der “Pole Position.” Ob Kessler die zuständigen Gremien von Wagners Weiterbeschäftigung überzeugen kann, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.
Ein Top-Kandidat und drei Außenseiter
Eines ist schon mal sicher: Xabi Alonso und José Mourinho werden es nicht. Sollte es entgegen der aktuellen Berichterstattung tatsächlich nicht mit Wagner weitergehen, steht ein Name laut Inside Müngersdorf Informationen ganz weit oben auf der Wunschliste der FC-Bosse: Dino Toppmöller.
Sein Name geisterte bereits nach der Kwasniok-Entlassung rund ums Geißbockheim, wie wir damals bereits berichteten. Laut einem Bericht des Geissblogs war Toppmöller damals sogar persönlich am Geißbockheim und hat Gespräche mit den dortigen Verantwortlichen geführt. Dem Vernehmen nach, ergaben die Gespräche damals, dass Toppmöller frühestens zur neuen Saison übernehmen wollte und es deshalb zur Absage kam. Nun wagt der FC rund um Sportboss Kessler offenbar einen neuen Anlauf beim 45-Jährigen. Zumindest hatte Kessler angekündigt, den Trainermarkt genaustens zu sondieren und Gespräche führen zu wollen.
Toppmöller war zuletzt rund 2,5 Jahre Trainer bei Eintracht Frankfurt, wo er in 121 Spielen einen Punkteschnitt von 1,55 vorweisen konnte und die Diva vom Main sogar bis in die Champions League führte. Davor war er lange als Co. im Trainerteam von Julian Nagelsmann beim FC Bayern (84 Spiele) und RB Leipzig (50 Spiele) aktiv. Neben einer beeindruckenden Vita ist er mit der UEFA-Pro-Lizenz, genauso wie Wagner, im Besitz der höchstmöglichen Trainerlizenz im europäischen Klubfußball. Von seiner Erfahrung versprechen sich die FC-Bosse endlich Kontinuität auf der Trainerbank. Der FC dürfte jedoch nicht der einzige Interessent im Werben um Toppmöller sein.
Bedient sich der FC in Liga 2?
Ein weiterer Kandidat ist dem Vernehmen nach Ex-KSC-Coach Christian Eichner. Der 43-Jährige war die letzten 10 Jahre in unterschiedlichen Trainer-Funktionen bei den Karlsruhern tätig. Seit seiner Festanstellung als Cheftrainer der Profimannschaft im Jahr 2020 kam er auf 228 Spiele und einen Punkteschnitt von 1,43. Dass er über einen längeren Zeitraum kontinuierlich gute Arbeit leisten kann, hat er bereits bewiesen. Gegen Eichner spricht jedoch dessen fehlende Erfahrung in der 1. Bundesliga. Er würde sich demnach vom Profil her in eine Sparte von Trainern einreihen (Kwasniok, Beierlorzer etc.), mit denen der FC über die Jahre nicht die besten Erfahrungen gemacht hat.
Bis vor kurzem galt Eichner lange als Top-Favorit für die Trainerstelle bei Union Berlin. Zuletzt mehrten sich die Berichte, dass die Köpenicker ihren Fokus nun auf Mauro Lustrinelli legen, der mit dem Aufsteiger FC Thun kürzlich sensationell die Schweizer Meisterschaft gewann. Der Name Eichner wird beim FC intern zwar diskutiert, bislang sind sich die Verantwortlichen jedoch uneinig, ob er der Aufgabe wirklich gewachsen ist. Den Standort Köln kennt Eichner jedenfalls noch bestens aus seiner aktiven Zeit als Spieler.
Zwei Kandidaten teilen Kwasniok-Schicksal
Ein weiterer prominenter Name, der kürzlich mit dem FC in Verbindung gebracht wurde, ist Sandro Wagner. Der ehemalige FCA-Coach und Nagelsmann-Schützling ist sicherlich der am stärksten polarisierende Kandidat auf dieser Liste. Ob es sich dabei um mehr als nur ein loses Gerücht handelt darf jedoch bezweifelt werden. Dafür ist das gescheiterte Experiment beim FC Augsburg vom Saisonbeginn noch zu präsent in den Köpfen. Mit ihm würde man zwar einerseits einen fachlich herausragend ausgebildeten Coach für die eigenen Zwecke gewinnen, andererseits würden der Kommunikations- und Führungsstil eine Angriffsfläche bieten, die im emotionalen Kölner Umfeld schnell zum Pulverfass werden könnte. Die FC-Bosse streben dieser Tage vorrangig nach Kontinuität und Erfahrung auf der Trainerposition. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Entscheidung pro Sandro Wagner eher unrealistisch.
Zuletzt soll der Name Horst Steffen noch Erwähnung finden. Sein Engagement in Bremen endete zwar auch vorzeitig, war aber laut übereinstimmenden Expertenmeinungen zum Scheitern verurteilt. Es ist also nur konsequent, dass Steffens Name am Geißbockheim diskutiert wird, nachdem auch er schon im letzten Sommer ein ernsthafter Kandidat gewesen sein soll. Zuletzt wurde der 57-Jährige von sky wieder ins Gespräch gebracht. Ihm werden derzeit jedoch auch nur Außenseiterchancen zugerechnet.
Beide Kandidaten eint, dass sie genau wie Lukas Kwasniok ihre Debüt-Saison in der Bundesliga nicht überstanden haben. Nicht unbedingt die beste Eigenwerbung.
Der Ball liegt bei Kessler und dem Gemeinsamen Ausschuss
Grundsätzlich kann Inside Müngersdorf die Berichte von Express und sky bestätigen, dass René Wagner weiterhin Kesslers Wunschlösung ist. Obwohl eine Festanstellung Wagners nicht risikofrei ist, scheint der Gemeinsame Ausschuss Kesslers Plan nach dessen Analyse zu unterstützen.
Demnach ist es sogar realistisch, dass es noch in dieser Woche zu einer Entscheidung kommt. Die Verantwortlichen verspüren dieser Tage ein gewisse Dringlichkeit, denn bevor die Zusammenstellung des Kaders konkret angegangen werden kann, sollte zunächst die Trainerfrage geklärt sein. Klar ist aber auch: Die Patrone René Wagner muss sitzen sonst gerät Sportboss Kessler in der kommenden Saison rasch in die Kritik.



