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351 Tage, 8.424 Stunden oder mehr als eine halbe Million Minuten – so lange wartet der 1. FC Köln inzwischen auf einen Auswärtssieg in der Bundesliga, wenn er am kommenden Samstag im Hamburger Volkspark antritt. Fast ein Jahr ist es dann her, dass der FC zuletzt drei Punkte aus der Fremde mit in die Domstadt bringen konnte.
Am 3. Oktober 2025 gewannen die Kölner das Freitagabendspiel bei der TSG Hoffenheim mit 1:0. (Zum damaligen Spielbericht) Seitdem steht in der Fremde eine ernüchternde Bilanz zu Buche: 14 Spiele, sechs Unentschieden, acht Niederlagen und ein Torverhältnis von 14:31. Eine längere Auswärts-Durststrecke hat derzeit kein anderer Bundesligist vorzuweisen.
Zwei Horrorbilanzen im Volkspark
Ausgerechnet beim HSV soll diese Serie nun enden. Auch die Hamburger gehen mit reichlich Ballast in die Partie. Neben dem ungeliebten Rivalen aus Mönchengladbach, der nach der Länderspielpause in Müngersdorf zu Gast sein wird, ist der HSV das einzige Team, das nach drei Spieltagen noch ohne Punkt dasteht. Der Saisonstart der Hanseaten verlief entsprechend desaströs: Drei Niederlagen, 0:12 Tore und Tabellenplatz 18 stehen für das Team von Trainer Merlin Polzin zu Buche.
Entsprechend groß ist der Druck in der Hansestadt. Gegen den auswärtsschwachen FC sollen unbedingt die ersten Punkte der Saison her. Hoffnung macht den Hamburgern dabei die eigene Heimstärke. 24 seiner insgesamt 38 Punkte holte der HSV in der vergangenen Saison vor heimischem Publikum.
Auch die Kölner Vergangenheit im Volkspark liefert nur bedingt Anlass für kölschen Optimismus. Der letzte FC-Sieg beim HSV liegt mittlerweile mehr als acht Jahre zurück. Im Januar 2018 sorgte Simon Terodde mit einem Doppelpack für einen 2:0-Erfolg. Auch insgesamt liest sich die Bilanz aus Kölner Sicht eher ernüchternd: Von 54 Gastspielen beim HSV konnte der FC lediglich 15 gewinnen.
Statistiken hin oder her: Am Samstag entscheidet sich auf dem Platz, ob und wenn ja, welche der beiden Mannschaften ihre Negativserie beenden kann. Der FC könnte mit einem Dreier aus einem bislang ordentlichen einen richtig guten Saisonstart machen. Gleichzeitig wäre es der erste Bundesliga-Auswärtssieg für Cheftrainer René Wagner. Für den HSV hingegen könnte eine weitere Niederlage bedeuten, dass aus einem Fehlstart endgültig eine handfeste Krise wird.
Mit El Mala gegen den Auswärtsfluch
Eine besondere Rolle könnte am Samstag wieder der Mann spielen, der für den bislang letzten Kölner Auswärtssieg verantwortlich war. Said El Mala erzielte damals beim 1:0 in Sinsheim nach einem sehenswerten Solo den einzigen Treffer des Abends.
Nachdem der Offensivspieler zuletzt beim 1:4 in Stuttgart krankheitsbedingt gefehlt hatte und beim 1:1 zu Hause gegen Bremen lediglich zu einem Kurzeinsatz gekommen war, dürfte er in Hamburg wieder ein Kandidat für die Startelf sein. Zusätzlichen Rückenwind könnte ihm seine zweite DFB-Nominierung samt wohl bevorstehendem Länderspieldebüt verleihen.
Vielleicht schließt sich für El Mala und den FC im Hamburger Volkspark also ein Kreis. 351 Tage nach dem Erfolg in Sinsheim wäre der Zeitpunkt jedenfalls gekommen, den Kölner Auswärtsfluch endlich zu beenden.




