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Und so schnell ist die Derbysieger-Woche auch schon wieder vorbei. Heute Abend um 20:30 Uhr trifft der 1. FC Köln auf Eintracht Frankfurt. Während die Eintracht nach der deutlichen Niederlage gegen RB Leipzig unter Druck steht, reist der FC mit dem Rückenwind des Derbysiegs an. Doch kann Köln die positive Stimmung mitnehmen und in Frankfurt die nächsten drei Punkte einfahren? Inside Müngersdorf hat alles Wichtige zum Freitagabendspiel der Bundesliga zusammengestellt.
Der Gegnercheck: Frankfurt unter Druck
Die Eintracht aus Frankfurt kam in der vergangenen Woche deutlich unter die Räder. Gegen RB Leipzig setzte es eine 0:6-Niederlage. Der überragende Mann auf Leipziger Seite war Christopher Nkunku, der einen Dreierpack erzielte und dabei sogar einen lupenreinen Hattrick schaffte.
Mit dem bisherigen Saisonstart dürften die Frankfurter kaum zufrieden sein. Nach fünf Spieltagen rangierte die Eintracht auf dem 14. Tabellenplatz. Das entspricht sicher nicht den eigenen Ansprüchen. Allerdings ist die Saison noch jung: 29 weitere Spiele bleiben den Frankfurtern, um sich zu verbessern und die eigenen Ziele zu verfolgen.
Auch defensiv offenbarte die Eintracht bislang erhebliche Probleme. Mit 16 Gegentoren gehörte Frankfurt zu den anfälligsten Mannschaften der Liga. Nur Borussia Mönchengladbach und Union Berlin hatten zu diesem Zeitpunkt noch mehr Gegentreffer kassiert.
Nach einer deutlichen Niederlage wie dem 0:6 gegen Leipzig dürfte der Frust bei der Eintracht groß sein. Aus Kölner Sicht bleibt zu hoffen, dass die Frankfurter ihre Enttäuschung nicht in zusätzliche offensive Durchschlagskraft ummünzen können. Gleichzeitig muss der FC darauf vorbereitet sein, dass die Gastgeber vor heimischer Kulisse eine Reaktion zeigen wollen.
Gegen Leipzig trat Frankfurt in einer Dreierkette an, genauer gesagt in einem 3-4-2-1. Die Leistung der Mannschaft spiegelte sich auch in den Einzelbewertungen wider: Im Kicker-Ranking schaffte es kein Frankfurter über die Note 4,5 hinaus. Kapitän Robin Koch erhielt sogar eine glatte 6.
Ein weiteres Problem, das Frankfurt und Köln verbindet, ist die Anfälligkeit bei gegnerischen Standards. Beide Mannschaften kassierten bereits fünf Gegentore nach ruhenden Bällen. Für den FC wird es deshalb darauf ankommen, die im Derby gegen Borussia Mönchengladbach verbesserte Defensivarbeit bei Standards zu bestätigen. Denn dieses Problem begleitet die Kölner bereits seit längerer Zeit.
Rückenwind und Personalsorgen
Der FC hat das Derby gegen Borussia Mönchengladbach gewonnen und damit für eine spürbar positivere Stimmung gesorgt. Doch trotz des Erfolgserlebnisses muss die Mannschaft weitere personelle Rückschläge verkraften.
Zu den bereits ausfallenden Stürmern Dallinga und Ragnar Ache sowie dem Langzeitverletzten Timo Hübers gesellen sich weitere Ausfälle. Auch Ellyes Skhiri, der sich im Derby verletzte, und Imad Rondić stehen nicht zur Verfügung. Rondić zog sich im Donnerstagstraining eine Muskelverletzung im Oberschenkel zu. Zudem fehlt Rav van den Berg weiterhin, der bereits zuvor verletzungsbedingt ausgefallen war.
Die Häufung muskulärer Verletzungen wirft Fragen auf. René Wagner erklärte auf der Pressekonferenz am Mittwoch, dass der Verein die einzelnen Fälle intern analysiere, um mögliche Zusammenhänge und wiederkehrende Muster zu erkennen.
„Bei jeder neuen Verletzung schauen wir natürlich intern, wie die vielleicht zustande gekommen ist. Manchmal kann man im Fußball nicht alles erklären. Wir versuchen trotzdem immer im Prozess zu schauen, ob da irgendwas zu verbessern ist. Das machen wir jeden Tag”, sagte Wagner.
Auch Skhiri wird dem FC länger fehlen. Er zog sich eine Verletzung am Sprunggelenk zu. Die genaue Ausfallzeit muss sich noch zeigen. Wagner rechnet mit einem Restart in Richtung Neujahr.
Bei Alessio Castro-Montes gibt es dagegen positive Nachrichten: Er kann nach seiner Verletzung wieder mitwirken. Das bestätigte Wagner ebenfalls auf der Pressekonferenz. Gil Neves rückte angesichts des Ausfalls von Skhiri unter der Woche ins Mannschaftstraining auf. Für den verletzten Rondić wurde zudem Koutia Fofana erstmals in den Spieltagskader der Profis berufen.
Wer beginnt in Frankfurt?
Neben den personellen Ausfällen dürfte vor allem die Besetzung der Außenverteidigerpositionen für Gesprächsstoff sorgen. Auf der linken Seite stellt sich die Frage, ob Borna Sosa erneut den Vorzug erhält oder Gideon Mensah in die Startelf zurückkehrt. Wagner bezeichnete die Entscheidung als knapp. Sosa liege aktuell einen kleinen Schritt vorne.
Auch bei Luka Lochoshvili bleibt abzuwarten, ob er nach seiner Auswechslung im Derby wieder von Beginn an auflaufen kann.
In der Offensive dürfte der FC vor allem auf das gewachsene Selbstvertrauen seiner Angreifer setzen. Said El Mala traf im Derby erneut, während Ísak Jóhannesson mit einem sehenswerten Treffer ebenfalls auf sich aufmerksam machte. Beide dürften mit zusätzlichem Selbstvertrauen nach Frankfurt reisen.
Auch Mikey Moore zeigte gegen Gladbach eine engagierte Leistung. Mit seinen Dribblings und Aktionen konnte er offensive Akzente setzen. Entscheidend wird nun sein, ob das Zusammenspiel mit El Mala weiter verbessert werden kann. In einigen Situationen fehlten bislang noch die nötigen Absprachen und die Abstimmung zwischen den Offensivspielern.
Kann der FC den Schwung nutzen?
Für den 1. FC Köln bietet sich in Frankfurt die Chance, den positiven Eindruck aus dem Derby zu bestätigen. Die Eintracht kommt aus einer deutlichen Niederlage und hat insbesondere in der Defensive Schwächen gezeigt. Gleichzeitig darf der FC die Gastgeber nicht unterschätzen: Gerade nach einem solchen Rückschlag ist eine Reaktion möglich.
Die Kölner müssen allerdings ihre eigenen Probleme in den Griff bekommen. Die personellen Ausfälle schränken die Möglichkeiten von René Wagner ein, während die Mannschaft im spielerischen Bereich noch nicht durchgehend überzeugen konnte. Die individuellen Qualitäten sind vorhanden. Entscheidend wird sein, ob es dem Trainer gelingt, diese auch als Mannschaft zur Geltung zu bringen.
Ein Blick auf die direkte Bilanz macht aus Kölner Sicht ebenfalls Mut. In 116 Begegnungen kam der FC auf 43 Siege, während Eintracht Frankfurt 39-mal gewann. 34 Partien endeten unentschieden.
Besonders interessant: Der FC blieb bei seinen jüngsten Gastspielen in Frankfurt ungeschlagen. Die vergangenen vier Ligaduelle dort endeten mit einem Unentschieden – dreimal 1:1 und zuletzt 2:2.
Die Frankfurter Defensivprobleme, die jüngste deutliche Niederlage und die positiven Ergebnisse der vergangenen Gastspiele sprechen dafür, dass Köln durchaus Chancen hat. Dafür muss der FC jedoch konzentriert verteidigen, die Standardsituationen konsequent verteidigen und seine offensiven Möglichkeiten nutzen.
Gelingt das, sind die nächsten drei Punkte in Frankfurt möglich. Ob der Derbyschwung dafür ausreicht, wird sich am Freitagabend zeigen.
So tippt unsere Redaktion:
Max: 1:3
Tobi: 2:2
Nico: 1:1
Jan: 2:3
Leon: 1:3
Voraussichtliche Aufstellung Eintracht Frankfurt
Atubolu – Collins, Koch, Brassier, Kosugi – Dōan, Aséko, Onyedika, Uzun – Burkard, Etnoutalib
Voraussichtliche Aufstellung 1. FC Köln
Schwäbe – Sebulonsen, Simpson-Pusey, Lochoshvili, Sosa – Jóhanesson, Krauss, Maina – Bülter, Moore, El Mala
Schiedsrichter: Benjamin Brand
Assistenten: Thomas Stein, Christian Gittelmann
Vierter Offizieller: Tobias Reichel
VAR: Pascal Müller
VAR-Assistent: Mike Pickel




