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Der 1. FC Köln befindet sich nach dem 2:2 bei Eintracht Frankfurt mit 27 Punkten weiterhin auf dem 14. Tabellenplatz – der Abstand auf den ersten direkten Abstiegsplatz, den aktuell der VfL Wolfsburg belegt, beträgt nach dem 28. Spieltag sechs Punkte. In den kommenden Wochen hat der FC es mit Gegnern wie dem Tabellennachbarn auf Platz 13, Werder Bremen (Sonntag, 15:30 Uhr, RheinEnergie Stadion) oder dem auf dem Relegationsplatz liegenden FC St. Pauli (Fr., 17.04., 20:30 Uhr, Millerntor-Stadion) zu tun. Es folgen Spiele gegen Leverkusen, bei Union Berlin, gegen den FC Heidenheim und zum Saisonabschluss beim FC Bayern.

Tabelle nach dem 28.Spieltag
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Erneut bewies die Truppe um Kapitän Marvin Schwäbe eine starke Moral und holte nach zwei schnellen Gegentreffern am Ende einen verdienten Punkt. Dabei war die Defensive, mal wieder, der Schwachpunkt der Mannschaft und trug einen maßgeblichen Anteil zu den Gegentoren bei. Offensiv hingegen wussten insbesondere Jakub Kaminski, Saïd El Mala und Ragnar Ache gemeinsam zu überzeugen und zeigten eine ansprechende Leistung.
Wirklich eine Veränderung?
All diese Dinge waren allerdings auch schon unter Ex-Coach-Kwasniok bekannt. Sportvorstand Thomas Kessler war in den Interviews rund um den Trainerwechsel bemüht zu betonen, dass man „nur Kleinigkeiten verändern müsse“, um endlich wieder Siege einzufahren. Nach dem ersten Spiel unter Coach René Wagner lässt sich festhalten, dass auch er die so bitter benötigten drei Punkte nicht holen konnte. War der Trainerwechsel also überhaupt notwendig?
Ja. Im Gegensatz zu Kwasniok hat René Wagner während der Partie schnell gemerkt, dass seine Dreierkette nicht so funktionierte, wie erhofft. Zwar wurden auch in der Viererkette anschließend Fehler gemacht, aber allein die Selbsterkenntnis von Wagner, diesen Systemwechsel vorzunehmen, unterscheidet ihn von Kwasniok. Auch die personellen Veränderungen, die René Wagner während der Partie vornahm, erwiesen sich als goldrichtig. Mit den Vorlagengebern Luca Waldschmidt und Marius Bülter sowie dem Torschützen Alessio Castro-Montes waren direkt drei Spieler am umjubelten Treffer zum 2:2 Endstand beteiligt, welche kurz zuvor eingewechselt wurden. Auch hier hat Lukwas Kwasniok in der Vergangenheit unglücklich agiert und durch seine Wechsel, sowohl in der Startelf als auch während des Spiels, für Ärger und Verwunderung bei Spielern, Fans und Medien gesorgt. Ganz abgesehen von den sportlichen Aspekten unterscheiden sich beide Trainer auch in ihrer Art der Kommunikation grundlegend. René Wagner wählt seine Worte mit Bedacht und findet an der Seitenlinie eine gute Mischung aus Emotionalität und Sachlichkeit – ein glatter Gegenentwurf zu Lukas Kwasniok, der oftmals sehr laut agierte und zuletzt auch Teile der Kabine verloren hatte.
Ob René Wagner der richtige Coach für die anstehende Aufgabe ist, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen. Eine tolle Moral und spielerisch gute Leistungen werden am Ende der nächsten beiden Partien gegen Werder Bremen und den FC St. Pauli nicht reichen – es müssen endlich Punkte her, im besten Falle sechs. Denn dann hat unser FC eine hervorragende Ausgangssituation im Kampf um den Klassenerhalt, welcher bei dem ausstehenden Restprogramm absolut machbar ist.



