Derby, Nachbarschaftsduell oder Werkself gegen Geißbock – mit einem Topspiel geht der FC in die vorletzte Partie vor der Winterpause. Samstagabend, 18:30 Uhr, Flutlicht – alles war angerichtet! Leider gab es vor Spielbeginn Gerüchte, dass es überzogene Maßnahmen bei den Einlasskontrollen am FC-Block gegeben hat. Hieraus resultierte die Heimfahrt der organisierten FC-Anhänger. Und trotz aller „Derbystimmung“ zeigten sich die Bayer-Fans solidarisch und verließen ebenfalls in Teilen das Stadion. Hier wird in den nächsten Tagen sicherlich eine Aufarbeitung der Ereignisse stattfinden. Sportlich stand die Elf von FC-Coach Kwasniok nach vier Spielen ohne Sieg unter Druck – und das einst komfortable Punktepolster auf die Abstiegsränge ist auf mickrige fünf Pünktchen geschmolzen. Es wurde also Zeit, für eine Überraschung zu sorgen!
Das der FC es in dieser Partie mit einem starken Gegner zu tun bekommt, war schon früh zu erkennen. Schon in der 6. Spielminute kassierte Eric Martel nach einem taktischen Foul die gelbe Karte – vorausgegangen war ein Fehler im Aufbauspiel des FC. Und diese Fehler sollten sich im Laufe der Partie immer wieder wiederholen. Leverkusen übernahm früh die Kontrolle und kam in der in den ersten zwanzig Minuten zu einigen Torchancen, jedoch scheiterte Bayer an FC-Torhüter Schwäbe oder an eigenem Unvermögen.
In der 21. Minute traute sich der FC dann mal in Richtung Bayer-Tor: Said El Mala war mit Ball mal wieder schneller als alle seine Gegenspieler und spielte von links in den Strafraum, wo Luca Waldschmidt in aussichtsreicher Position jedoch vergab. In der Folge kamen die Geißböcke besser in die Partie und erspielten sich einige Halbchancen, ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden.
Nach einem weiteren individuellen Fehler hatte Leverkusen in der 33. Minute seinerseits die beste Torchance, um nach einem Eckball in Führung zu gehen. Anschließend passierte nicht mehr viel, Leverkusen mit viel Ballbesitz, allerdings ohne viele Torchance. So ging es mit einem 0:0 in die Halbzeitpause.
In der zweiten Halbzeit zogen beide Mannschaften das Tempo an, was der Werkself sicherlich in die Karten spielte.
In der 48. Minute vertändelte Sebastian Sebulonsen nach einem katastrophalen Pass von Marvin Schwäbe den Ball und Leverkusens Malik Tillman kam frei vor dem Tor zum Schuss, welchen Schwäbe jedoch parierte. Leverkusen erhöhte nun spürbar den Druck und stellte den FC vor zunehmend schwerere Aufgaben.
Der FC konnte jedoch nochmals eine druckvolle Phase aufbauen, welche Leverkusen aber mit dem 0:1 in der 66. Minute aus Kölner Sicht beendete. Nach einer Flanke von der rechten Seite konnte der Leverkusener Martin Terrier sehenswert, aber auch völlig unbedrängt, mit der Hacke die Leverkusener Führung erzielen.
Anschließend schaffte der FC es nicht mehr, für Entlastung zu sorgen und war permanent mit Verteidigen beschäftigt. Folgerichtig erzielte Robert Andrich per Kopf das verdiente 0:2. Mit diesem Treffer nahm Leverkusen das Tempo aus der Partie, behielt aber jederzeit die Kontrolle.
Mit einer Oberschenkelverletzung schied Said El Mala in der 73. Spielminute aus. Danach kam zu keiner nennenswerten Chance mehr und Bayer verwaltete das 0:2 souverän bis zum Ende.
Fazit: es war das erwartet schwere Spiel gegen Bayer Leverkusen. Über weite Strecken hatte der FC dem spielerischen Übergewicht der Bayer-Elf nicht viel entgegenzusetzen, nur vereinzelt konnte man der Werkself Paroli bieten. Alles in allem war es jedoch erneut ein mut- und ideenloser Auftritt unserer Mannschaft, welcher sich an die Leistung der vergangenen Wochen anschließt – nun allerdings gegen einen starken Gegner, welcher eine Vielzahl individueller Fehler nicht unbestraft ließ.
Startaufstellung Bayer Leverkusen:
Flekken – Quansah, Andrich, Tapsoba – Arthur, Aleix Garcia, Maza, Poku, Hofmann, M. Tillman – Kofane
Wechsel:
62. Minute: Terrier für Hofmann
62. Minute: Tella für Poku
67. Minute: Sarco für Kofane
77. Minute: Badé für Aleix Garcia
86. Minute: Belocian für M. Tillmann
Karten:
51. Minute: gelbe Karte für Arthur
74. Minute: gelbe Karte für Quansah
Trainer:
Kasper Hjumland
Startaufstellung 1. FC Köln:
Schwäbe – Sebulonsen, Martel, van den Berg – Thielmann, Krauß, Huseinbasic, Kaminski, Waldschmidt, S. El Mala – Bülter
Wechsel:
46. Minute: Maina für Waldschmidt
46. Minute: Özkacar für Huseinbasic
46. Minute: Ache für Bülter
73. Minute: Lund für El Mala
80. Minute: Johannesson für Martel
Karten:
6. Minute: gelbe Karte für Martel
Trainer:
Lukas Kwasniok
Tore:
66. Minute: 1:0 für Bayer Leverkusen, Torschütze Martin Terrier
72. Minute: 2:0 für Bayer Leverkusen, Torschütze Robert Andrich
Zuschauer: 30.210
Ausblick auf die nächste Partie:
Vier Tage vor Heiligabend, am 20.12., hat der FC im Heimspiel um 15:30 Uhr gegen Steffen Baumgart´s Union Berlin die Chance, sich ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk zu bescheren und die kritischen Stimmen pünktlich zum Weihnachtsfest verstummen zu lassen. Hierfür bedarf es aber einer gewaltigen Leistungssteigerung. Aktuell scheint es, als wenn Lukas Kwasniok seinen erfolgreichen Weg aus den ersten Spielen verloren hat. Unter der Woche wurden vereinzelt erste Stimmen von FC-Akteuren laut, die sich für mehr Stabilität und Kontinuität in der Startelf stark gemacht haben. Außerdem wird beispielsweise Jakub Kaminski seit Wochen positionsfremd eingesetzt, dabei war er zu Beginn der Saison auf seiner angestammten Position eine echte Waffe (wie übrigens Sebastian Sebulonsen und Kristoffer Lund auch). Nachdem die gezeigten Leistungen in den vergangenen Wochen kontinuierlich schlechter geworden sind, passen nun also auch die Ergebnisse nicht mehr. Hier ist auch Thomas Kessler in der ersten „Krise“ seiner Amtszeit gefragt, da die Transferphase in Sichtweite ist und auch eine Trainerdiskussion bei einer neuerlichen Niederlage bzw. einer schlechten Leistung gegen Union Berlin zwangsläufig starten wird.




