Spieltagsvorschau: Schicksalsspiel für Kwasniok – Ein Derby mit besonderer Brisanz im Abstiegskampf


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Foto: Instagram.com/makki.sport2

Der 1. FC Köln empfängt am heutigen Samstag (15:30 Uhr live bei sky) den Erzrivalen aus Mönchengladbach zum 100. Rheinderby in der Bundesliga. Dabei könnten die Vorzeichen für beide Klubs kaum schlechter stehen. Inside Müngersdorf wirft für euch einen Blick voraus auf das wohl brisanteste Derby der jüngeren Geschichte.

Selten war ein Derby derart wegweisend: Beide Teams stecken knöcheltief im Abstiegskampf und brauchen dringend Punkte. Der FC würde mit einem Sieg aufgrund des besseren Torverhältnisses in der Tabelle sogar an den Fohlen vorbeiziehen. Aktuell trennt den FC nur ein Punkt vom Relegationsplatz, Gladbach steht 4 Punkte über dem Strich. Aus sportlicher Sicht verspricht man sich also eine Begegnung auf Augenhöhe.

Personell können die Gäste – abgesehen von den Langzeitverletzten Tim Kleindienst und Robin Hack – weitestgehend aus dem Vollen schöpfen. Anders sieht es hingegen beim FC aus. Auf der Pressekonferenz am Donnerstag gab Kwasniok die Ausfälle von Fynn Schenten (krank), Alessio Castro-Montes und Joel Schmied (beide verletzt) bekannt.

Daneben sind mit Sebastian Sebulonsen und Jahmai Simpson-Pusey zwei Leistungsträger gesperrt.

Tom Krauß dürfte also, wie in den letzten beiden Spielen, wieder als Rechtsverteidiger gefragt sein und es dort im direkten Duell mit Gegenspieler und Ex-Kölner Jens Castrop zutun bekommen. Ein Lichtblick auf Kölner Seite: Jan Thielmann und Denis Huseinbasic kehren in das Aufgebot zurück. Auch die Schlüsselspieler Kaminski und El Mala meldeten sich rechtzeitig fit für das Derby.

Ein weiterer X-Faktor auf Kölner Seite könnte der junge Felipe Chavez werden. Der inzwischen – laut Abendzeitung München – fest verpflichtete Mittelfeldspieler, verzichtete vor kurzem zur peruanischen Nationalmannschaft zu reisen um den Fokus vollständig auf die Mission Klasserhalt beim FC zu legen. Eine Einstellung, die den sportlich Verantwortlichen am Geißbockheim sehr wahrscheinlich gefallen wird und mittelfristig zu mehr Spielzeit für den 18-Jährigen führen sollte.

Die Derby-Woche startete für beide Mannschaften alles andere als optimal. Bereits am Montag vermeldete sky den Sommer-Wechsel von BMG-Kapitän Rocco Reitz zu RB Leipzig. Neben dem neuen Arbeitgeber stört Gladbach-Fans besonders der Zeitpunkt der Bekanntgabe, da man in der Woche des wichtigsten Saisonspiels wohl gerne auf unnötige Unruhe verzichtet hätte.

Doch auch am Geißbockheim sorgte ein Bericht über eine vermeidliche El Mala-Zusage an Premier League Klub Brighton für Wirbel und damit für eine neue Stufe in der Wechsel-Posse des 19-jährigen Flügelspielers. Auch die Nicht-Nominierung des Shootingstars für die A-Nationalmannschaft beherrschte die Pressekonferenz am Donnerstag. „[…] Ich hab hier eine PK und 2 Fragen zu Gladbach und 5 zu Said […]“, bilanzierte der FC-Coach sichtlich genervt und darauf bedacht den Fokus auf das Sportliche zu lenken.

Auch aus statistischer Sicht lässt sich ein Spiel auf Augenhöhe vermuten. Die bisherigen 99 Bundesliga-Duelle sprechen zwar klar gegen die Geißböcke (53 Niederlagen, 18 Remis, 28 Siege). Allerdings ist die Bilanz der jungen Historie mit 4 Siegen, 2 Unentschieden und 4 Niederlagen aus den letzten 10 Derby-Begegnungen absolut ausgeglichen.

Der letzte Kölner Derby-Heimsieg (3:1) stammt vom 8. Spieltag der Saison 23/24. Die FC-Tore erzielten damals Florian Kainz (2) und Luca Waldschmidt.

Die Gäste blieben in der aktuellen Saison bereits 10 mal ohne Gegentor (nur der BVB ist besser). Jedoch wartet Gladbach seit Dezember auf einen Auswärtssieg.
Das Hinspiel endete – nach fragwürdigen Elfmeterentscheidungen auf beiden Seiten – mit 3:1, allerdings zugunsten der Elf vom Niederrhein.

Auch für Lukas Kwasniok wird das Derby wohl zum Schicksalsspiel. Dieser dementierte auf der Spieltags-PK zwar, dass es ein Ultimatum von der Vereinsführung gebe, Fakt ist jedoch, dass die magere Ausbeute von nur 8 Punkten aus den letzten 10 Spielen wohl jeden Bundesliga-Trainerstuhl ins wackeln bringen würde.
Im Falle einer Derby-Niederlage ist also mit einem Trainerwechsel am Geißbockheim zu rechnen. Nicht zuletzt, da Länderspielpausen erfahrungsgemäß häufig für derartige Veränderungen genutzt werden.

Sollte dem FC der Derbysieg gelingen, ist von einem Kwasniok-Verbleib bis zum Saisonende auszugehen.

Uns erwartet also aus sportlicher – wie auch aus personeller – Sicht ein hochinteressantes Spiel mit wegweisenden Konsequenzen für die restliche Saison.


Schwäbe – Krauß, van den Berg, Özkacar, Lund – Martel, Johannesson – Maina (Niang), Kaminski, El Mala – Ache

Nicolas – Sander, Elvedi, Diks – Scally, Reitz, Engelhardt, Stöger, Castrop – Honorat, Tabakovic


Schiedsrichter: Sören Storks

Assistenten: Thorben Siewer, Christian Bandurski

Vierter Offizieller: Timo Gerach

VAR: Christian Dingert

VAR Assistent: Felix-Benjamin Schwermer




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