Kölner Transfer-Doppelschlag: Internationale Verstärkung mit WM-Erfahrung

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Lange war es ruhig um die Transferaktivitäten am Geißbockheim. Scheinbar schaute man mit besonderem Fokus auf das WM-Fiasko in den USA, Mexiko und Kanada.

Gestern Abend platzte dann die Bombe: Gleich zwei WM-Fahrer sollen zum FC wechseln. Über das Interesse an Gideon Mensah wurde bereits ausführlich berichtet, der andere Name kommt hingegen überraschend. Inside Müngersdorf stellt euch die beiden Zugangskandidaten genauer vor.

Lund-Nachfolger gefunden

Die Linksverteidiger-Position zählte in der abgelaufenen Saison zu den prominentesten Baustellen im Kader des FC. Allen voran die Leistungen von Kristoffer Lund waren schlichtweg zu inkonstant, weshalb man sich konsequenterweise gegen eine feste Verpflichtung entschieden hatte. Dessen Nachfolge scheint nun aber geklärt.

So berichtete Sky Transfer-Insider Florian Plettenberg am Donnerstagabend von der Verpflichtung Gideon Mensahs (27). Der ghanaische Nationalspieler besitzt einen Marktwert von 4 Mio.€, kommt aber ablösefrei und soll einen Vertrag bis 2029 unterschreiben. Dem Bericht zufolge konnte man dabei den FC Schalke ausstechen, der den WM-Fahrer ebenfalls verpflichten wollte.

Viel rumgekommen

Zuletzt spielte Mensah 4 Jahre in Frankreich beim AJ Auxerre, mit denen er in der Saison 2023/24 französischer Zweitligameister wurde. Davor spielte er bei unterschiedlichen Stationen in Belgien, Portugal und Österreich, wo er 2017 mit Salzburgs U19 sogar die UEFA Youth League gewann. In seinen 255 Profispielen auf Klubebene konnte er 1 Tor selbst erzielen und 13 weitere vorbereiten.

Hinzu kommen 44 Länderspiele für Ghana und die Teilnahme an zwei Afrika-Cups und zwei Weltmeisterschaften. 2022 in Katar konnte er beim Gruppenspiel gegen Südkorea (3:2) eine Torvorlage beisteuern. Bei der diesjährigen WM absolvierte er jedes Spiel über die volle Distanz, ehe man im Sechzehntelfinale knapp im Elfmeterschießen an Kolumbien scheiterte.

Baustelle erstmal geschlossen

Mensah ist die offen kommunizierte Wunschlösung für die Linksverteidiger-Position. Allerdings ist durchaus denkbar, dass auch für Mensah noch ein Backup verpflichtet wird, da sich sonst kein nomineller Linksverteidiger im aktuellen FC-Kader befindet. Fürs Erste ist die Baustelle hinten links jedoch geschlossen.

WM-Überraschung aus Down Under

Nahezu aus dem Nichts kam hingegen die Meldung des italienischen Transfer-Gurus Fabrizio Romano über die Einigung zwischen Paul Okon-Engstler (21) und dem 1. FC Köln. Demnach überweist der FC für den australischen Nationalspieler rund 1 Mio. € nach Sydney und bezahlt damit knapp unter Marktwert (1,2 Mio. €).

Der in Belgien geborene Linksfuß fühlt sich im zentralen defensiven Mittelfeld am wohlsten und besitzt neben der australischen auch noch die italienische Staatsbürgerschaft. Medizincheck und Vertragsunterschrift sind für die kommende Woche geplant.

Von 2019 bis 2022 durchlief er die Jugendabteilung des belgischen Club Brügge, ehe es ihn zur Saison 2022/23 in die U19 von Benfica Lissabon zog. Der Sprung in die erste Mannschaft blieb dort jedoch aus und er spielte überwiegend in der 2. Mannschaft des Hauptstadtklubs.

Folglich wechselte er im Sommer 2025 ablösefrei zurück in die Heimat zum FC Sydney, wo er eine prominentere Rolle einnehmen sollte. Tatsächlich stand er in der abgelaufenen Saison 26-mal in der Startelf, konnte 2 Torvorlagen beisteuern und unterlag in der australischen “Finals Series” dem FC Auckland nur knapp mit 0:1.

Sein A-Nationalmannschaftsdebüt bei den “Socceroos” gab er im November 2025 im jungen Alter von 20 Jahren, 9 Monaten und 22 Tagen. Bei der WM bereitete er im Auftaktspiel gegen die Türkei (2:0) das zwischenzeitliche 1:0 vor und hatte damit maßgeblichen Anteil an der überraschenden Qualifikation Australiens für das Sechzehntelfinale. Dort musste man sich jedoch im Elfmeterschießen gegen Ägypten geschlagen geben.

Okon-Engstler stammt aus Fußballerfamilie

Als ältester von vier Brüdern eifert Okon-Engstler seinem Vater nach, der selbst lange aktiv spielte und inzwischen als Co-Trainer der “Socceroos” tätig ist. Zu den Stärken des Sechsers zählen insbesondere die Spieleröffnung in Form vieler progressiver Pässe. Mit einer Körpergröße von 1.85m bringt er außerdem gute körperliche Voraussetzungen mit.

Unklar ist noch, wie schnell sich der junge Australier an das Niveau in der Bundesliga anpassen kann. Sollte der Transfer offiziell verkündet werden, so wäre er nach Joshua Kennedy erst der zweite Australier im FC Trikot.

Ein neuer Sechser ist nicht genug

Mit Okon-Engstler kommt also ein spielstarker Sechser zum FC und erhöht den Konkurrenzkampf um die freigewordene Martel-Position im Kölner Zentrum. Zuletzt kamen auch vermehrt Gerüchte auf, dass Isak Johannesson den FC im Form eines Tauschgeschäfts für Wunschspieler Edson Álvarez verlassen könnte.

Da sich die Spielerprofile von Johannesson und Okon-Engstler deutlich ähneln, könnte es sich hier um den nächsten Fingerzeig handeln, der auf einen Abschied des Isländers hindeutet. Der Álvarez-Poker dürfte sich allerdings noch etwas hinziehen.

Außerdem beschäftigt man sich in Köln wohl mit einer Skhiri-Rückkehr. Ein weiteres Indiz, dass die Verantwortlichen die Notwendigkeit sehen im zentralen Mittelfeld nochmal nachzurüsten. Wichtig ist jedoch, dass sich René Wagner zum Trainingsstart am Montag schon ein persönliches Bild der ersten Neuzugänge machen kann.



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