Erster Gegner auf Augenhöhe? Spieltagsvorschau #3 KOE – SVW

1. fc köln gegen den SV Werder Bremen - Der Vorbericht von Inside Müngersdorf
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Foto: Instagram/@spotogra

Nach dem überraschenden, aber keineswegs unverdienten Auftaktsieg am 1. Spieltag bekam der FC zuletzt in Stuttgart deutlich die eigenen Grenzen aufgezeigt. Besonders die Defensive bereitete über weite Strecken des Spiels Kopfschmerzen. Mit Werder Bremen kommt nun der erste Gegner auf Augenhöhe nach Müngersdorf (Heute, 18:30 Uhr RheinEnergieSTADION und live bei sky). Ob am Samstagabend auch die defensive Stabilität zurückkehrt, erfahrt ihr ebenso wie alles Weitere zu Spieltag 3 wie immer bei Inside Müngersdorf.

Ein völlig neues Werder? Gegnercheck

Auch an der Weser war der diesjährige Transfersommer äußerst turbulent. Zu den wichtigsten Abgängen zählen aus sportlicher Sicht Torhüter Mio Backhaus (SC Freiburg), Romano Schmid (Frosinone Calcio) und Yukinari Sugawara (inzwischen Cagliari Calcio). Dafür konnte man mit Karl Hein (FC Arsenal) eine neue Nummer 1 fest verpflichten, und mit Eren Dinkci (SC Freiburg), Arthur (Bayer Leverkusen) und Niclas Füllkrug (West Ham) einige Leihdeals hinten raus noch fix machen.

Zum Auftakt geriet man in Freiburg noch mit 1:4 unter die Räder und wirkte phasenweise nicht bundesligatauglich. Umso überraschender kam dann jedoch der 3:1-Heimerfolg über RB Leipzig am 2. Spieltag. Besonders die Neuzugänge Füllkrug und Dinkci konnten ihren Wert mit jeweils einem Tor direkt untermauern. Auch das neu formierte Mittelfeld-Trio aus Regeer, Chuki und Reis (auch allesamt Neuzugänge) konnte in diesem Spiel glänzen. Der FC sollte demnach gewarnt sein, die Werderaner nicht zu unterschätzen

Aus Werder-Sicht ist der verletzungsbedingte Ausfall von Mittelfeldmotor Jens Stage eine bittere Pille. Der Däne war Bremens erfolgreichster Torschütze der abgelaufenen Saison (10 Tore, 2 Vorlagen), zog sich jedoch kürzlich eine schwere Muskelverletzung im Oberschenkel zu, die eine Operation nach sich zog und wohl verhindert, dass Stage in diesem Kalenderjahr nochmal zum Einsatz kommt. Auch Abräumer Senne Lynen fällt für die Partie am Samstag aus.

Anlass zu vielen Wechseln gibt es bei den Norddeutschen derzeit nicht. “Ich glaube, dass die Spieler, die am vergangenen Wochenende auf dem Platz waren, eine Menge dafür getan haben, diese Woche wieder spielen zu dürfen”, gab Werder-Coach Daniel Thioune auf der Pressekonferenz am Donnerstag zu verstehen.
Immerhin: Ex-Kölner Mitchell Weiser könnte nach 14 Monaten und überstandenem Kreuzbandriss sein Kader-Comeback ausgerechnet an alter Wirkungsstätte feiern.

Besonderes Spiel für Wagner

Cheftrainer René Wagner hat den kommenden Gegner noch in bester Erinnerung. Am 29. Spieltag der abgelaufenen Saison bezwang der FC die Grün-Weißen in einem wilden Spiel mit 3:1. Die 3 Punkte waren am Ende ausschlaggebend für den Klassenerhalt und sorgten letztlich dafür, dass Wagner vom Interimscoach zum Cheftrainer befördert wurde.

Nebengeräusche unter der Woche

Abseits vom sportlichen Geschehen sorgten zwei Nebenkriegsschauplätze unter der Woche für Schlagzeilen. Nach aller Euphorie über Mikey Moore und dessen ersten Minuten im FC-Trikot, kam kürzlich heraus, dass ausgerechnet der BVB die Leihe des England-Juwels wegen der Konstantelias-Verletzung auf den letzten Metern noch “hijacken” und sich seine Dienste selbst sichern wollte. Somit finden sich gleich zwei Sommer-Transferziele des BVB im aktuellen FC-Kader wieder.

Am Donnerstagabend sorgte dann die nächste Schlagzeile für Stirnrunzeln. Ex-Coach Lukas Kwasniok geht gemeinsam mit seinem ehemaligen Co-Trainer Hannes Dold gerichtlich gegen den FC vor. Konkret geht es um eine Klausel, nach der Kwasniok im eingetretenen Fall der vorzeitigen Entlassung, zum Start der aktuellen Saison “nur noch” 50% des ursprünglichen Gehalts ausgezahlt bekommt. Diese Klausel wird von Kwasnioks Anwälten als rechtswidrig angesehen. Da Kwasniok bislang noch ohne neuen Verein dasteht, ist er noch offiziell beim FC angestellt.

Die Nebengeräusche sollten zwar keinen direkten Einfluss auf die Mannschaft haben, dennoch zeigt sich einmal mehr: Ruhe bei der Arbeit bleibt beim FC eine Seltenheit.

Krankheitswelle und Belastungssteuerung hält an

Einerseits gibt es personell Grund zum Aufatmen, andererseits auch schon wieder neue Sorgenfalten. Bei den zuletzt erkrankten Said El Mala und Thijs Dallinga sieht alles danach aus, als wären beide wieder realistische Optionen fürs Wochenende. Dafür wurde Pokal-Held Johannesson zu Wochenstart von einer Erkältung ausgebremst. Auch Castro-Montes musste zu Wochenbeginn kürzer treten, steht laut Wagner jedoch für Samstag wieder bereit.

Ellyes Skhiri wurde auf der Pressekonferenz am Freitag sogar eine Startelfgarantie ausgesprochen. Bei der Stürmerfrage ob Dallinga auch eine Startelfoption wäre, reagierte Wagner hingegen defensiv. “Auch da müssen wir schauen, was für das Spiel passt und da würde ich ungern zu viel verraten […]”, so Wagner. Sebastian Sebulonsen steht nach überstandener Muskelverletzung als Kaderoption früher als gedacht wieder bereit.

Welche Lehren zieht Wagner aus Stuttgart-Spiel?

Niederlagen sind per se nicht unbedingt schlecht. Zumindest so lange man die richtigen Schlüsse daraus zieht. So wirkte die gesamte Defensive zeitweise mehr als wacklig und die Tore fielen nach einer Reihe von Fehlerketten unterm Strich zu einfach. Trotzdem sollte man der neu formierten Defensiv-Achse in der Viererkette weiterhin Zeit geben sich zu finden und zu festigen. Es war klar, dass eine derart junge und neu zusammengesetzte Defensive früher oder später auch mal Lehrgeld zahlen wird – so geschehen gegen starke Stuttgarter.

Offensiv hat zumindest die 2. Halbzeit in Stuttgart Mut gemacht. Mikey Moore wusste nach Einwechslung direkt zu überzeugen und hatte gleich mehrere auffällige Aktionen innerhalb kurzer Zeit. Gut denkbar, dass er gegen Bremen gleich von Beginn an ran darf. “Wer in der Premier League starten kann, der kann auch bei uns hier in der Bundesliga starten”, ordnete Wagner am Freitag ein.

Auch Reigan Heskey sammelte seine ersten Bundesliga-Minuten und zeigte gute Ansätze. Die Besetzung der Flügelposition war von Wagner zuletzt auch als “Luxusproblem” betitelt worden.

Auch historisch eine Begegnung auf Augenhöhe

Beide Traditionsvereine trafen im Rahmen der Bundesliga bisher 102 Mal aufeinander. Davon konnten die Geißböcke 37 Spiele gewinnen, spielten 29 Mal Remis und mussten sich 36 Mal geschlagen geben. Also schon immer ein Duell auf Augenhöhe. Auch in dieser Saison trennt beide Teams in der Tabelle bislang nur ein Tor. Unvergessen bleibt das 7:1 aus der Saison 2022/23 inklusive Doppelpack von Skhiri und Tigges.

Die Mannschaft erwartet heute wie gewohnt ein ausverkauftes RheinEnergieStadion. Inside Müngersdorf wünscht viel Spaß beim Spiel.


So tippt unsere Redaktion KOE – SVW

Noah: 3:1
Max: 2:1
Tobi: 2:0
Jan:
Nico: 1:1
Leon: 3:1


Voraussichtliche Aufstellung 1. FC Köln
Schwäbe – Castro-Montes (Sebulonsen), Simpson-Pusey, Lochoshvili, Mensah – Krauß, Skhiri, Johannesson (Okon-Engstler) – Moore, S. El Mala, Ache (Dallinga)

Voraussichtliche Aufstellung SV Werder Bremen
Hein – Arthur, Pieper, Friedl, Deman – Reis, Regeer, Chuki – Dinkci, Grüll, Füllkrug


Schiedsrichter: Dr. Florian Exner
Assistenten: Christian Dietz, Mitja Stegemann
Vierter Offizieller: Timo Gansloweit
VAR: Katrin Rafalski
VAR-Assistent: Felix-Benjamin Schwermer



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