Richtungsweisendes Derby – Spieltagsvorschau #5 KOE – BMG

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News–Profis

Die Bundesliga startet wieder, und zwar direkt mit einem echten Knaller. Das 101. Rheinderby in der Bundesliga zwischen dem FC und Gladbach steht an (So. 15:30 Uhr RheinEnergieSTADION und live bei DAZN). Beide Teams stehen nach einem schwachen Saisonstart unter Zugzwang. Ein Derbysieg wäre also Balsam für die geschundene Fanseele. Inside Müngersdorf liefert euch alles, was ihr zum Bundesliga-Restart wissen müsst.

Gegnercheck: Alles neu unter Blessin?

Am Niederrhein hat man die Länderspielpause für einen neuen Impuls auf der Trainerbank genutzt. Alexander Blessin (ehemals St. Pauli) beerbt Eugen Polanski als Cheftrainer der Fohlen. Die Entscheidung kam zwar nicht wirklich überraschend, bringt aber trotzdem einige Veränderungen mit sich.

Allen voran ist mit einer Systemumstellung von Vierer- auf Dreierkette zu rechnen. Jedenfalls war dies Blessins bevorzugte Formation bei seinem alten Arbeitgeber am Hamburger Kiez. Fehlende defensive Stabilität war im bisherigen Saisonverlauf ohnehin die größte Baustelle im Spiel der Gladbacher. Im Schnitt kassieren die Fohlen vier Gegentore pro Spiel, so wird es schwierig, überhaupt Spiele zu gewinnen.

Die Gladbacher stellten sogar einen Bundesliga-Negativrekord auf, indem man die erste Mannschaft überhaupt ist, die in zwei aufeinanderfolgenden Heimspielen drei Treffer selbst erzielte und trotzdem verlor (3:4 gegen Elversberg, 3:4 gegen Mainz). Blieb man in der abgelaufenen Saison noch beeindruckende 13 Mal ohne Gegentor, fehlt heute von einer derartigen defensiven Stabilität jede Spur.

Angesprochen auf seinen neuen Kollegen an der Linie zeigte sich Wagner am Freitag kämpferisch: “Ja Gladbach hat einen neuen Trainer, wir wissen auch nicht alles genau, was sie versuchen werden, aber wir sind auf alles vorbereitet.”

Parallelen in den Problemen

Trotz Rivalität verbindet beide Teams eine große Standardschwäche. Beide kassierten bereits 5 Gegentore nach ruhendem Ball (Ligaspitze zusammen mit Eintracht Frankfurt). Darüber hinaus wartet der FC nunmehr seit 19 Spielen auf eine weiße Weste.

Nun steht der neue Coach der Gladbacher vorrangig für eine kompakte defensive Ausrichtung. Wie schwer sich der FC gegen tief stehende Gegner tut, zeigte sich vergangene Saison in den Spielen gegen St. Pauli (beide 1:1) und auch zuletzt auswärts beim HSV. Eine ähnliche Ausgangslage ist auch am Sonntag zu erwarten. Alles andere wäre jedenfalls untypisch für Blessin.

Für den FC wird es darauf ankommen, eigene Ideen im Spiel mit Ball zu entwickeln und Lösungen gegen einen tiefen Block zu finden. Gladbach wird aller Voraussicht nach zunächst auf Konter lauern, ähnlich wie der HSV vor drei Wochen.

Stürmerproblematik schwebt über Allem

Nach dem Testspiel gegen den Stadtrivalen Viktoria Köln während der Länderspielpause kam die Hiobsbotschaft. Thijs Dallinga fällt mit Kreuzbandverletzung voraussichtlich für den Rest der Saison aus. Doch damit nicht genug: Auch Ragnar Ache wird mit einer Muskelverletzung wohl erst im November wieder zum Einsatz kommen. Dem FC gehen also ausgerechnet vor dem wichtigsten Spiel der Saison die Stürmer aus.

Normalerweise sorgt man sich eher darum, dass alle Nationalspieler fit zum Verein zurückkehren. Diesmal trifft es aber ausgerechnet zwei daheim gebliebene Profis schwer. René Wagner kommentierte die Misere auf der Pressekonferenz am Freitag folgendermaßen: “Natürlich zwei Ausfälle, die uns wehtun […] nichtsdestotrotz haben wir einen breiten Kader, wir haben Jungs dazu geholt, die für so Momente auch da sind und jetzt müssen wir schauen, dass wir die beste Kombination finden an Spielern, die offensiv gefährlich werden können.” Wer genau in vorderster Front agieren wird, wollte Wagner nicht verraten. Die naheliegende Lösung wäre Marius Bülter, der noch am ehesten dem gesuchten Spielerprofil nahekommt.

Zwei andere Akteure konnten unterdessen auf Länderspielreise reichlich Selbstvertrauen sammeln. Mikey Moore feierte als Kapitän mit Englands U20 den Gewinn der U20 Elite League und triumphierte dabei über Frankreich, Italien und Deutschland. Mit zwei eigenen Treffern und einer Vorlage hatte er maßgeblichen Anteil am Teamerfolg. Auch Neu-Nationalspieler Said El Mala kehrt mit Rückenwind nach Köln zurück. Am Sonntag wird es auf beide Jungs besonders ankommen. Insbesondere Moore könnte zum X-Faktor auf Kölner Seite werden, wenn er seine Form vom Nationalteam auch nur ansatzweise bestätigen kann.

Länderspiel-Trio leicht geschont

Luka Lochoshvili war in seinen vier Einsätzen für Georgien enormen Belastungen ausgesetzt, spielte 355 von 360 möglichen Minuten. Auch Jahmai Simpson-Pusey war am Dienstagabend noch für Englands U21 im Einsatz und wurde deshalb am Donnerstag im Training geschont. Selbes gilt für Isak Johannesson, der am Dienstag noch für Island auf dem Platz stand. Beide letztgenannten trainierten am Freitag schon wieder voll mit, Lochoshvili war sogar am Donnerstag schon wieder dabei.

Ein Überraschungs-Einsatz für Joel Schmied oder Rav van den Berg ist also nicht komplett ausgeschlossen, sollte einer der beiden Innenverteidiger doch noch nicht bei 100% sein. Jedenfalls bereitet sich die Mannschaft dieser Tage hinter verschlossenen Türen akribisch aufs Derby vor.

Statistik macht Mut

Es wird das 101. Aufeinandertreffen beider Teams im Rahmen der 1. Bundesliga sein. Aus FC-Sicht ist die Bilanz von 28 Siegen, 19 Remis und 53 Niederlagen noch ausbaufähig. Immerhin: Als Gladbach zuletzt als Tabellenletzter mit null Punkten am 5. Spieltag nach Müngersdorf kam, konnte der FC am Ende den Derbysieg feiern. In der Saison 2015/16 erzielte Modeste das erlösende Tor zum 1:0-Endstand und verschärfte die Gladbacher Krise nochmal zusätzlich.

Letzte Saison erlebten die Fans ein Spektakel, als der FC zum Rheinderby lud. Drei Tore nach gerade einmal 7 Minuten, Traumtore und ein Platzverweis. Am Ende stand ein 3:3 Unentschieden und besiegelte das Ende der Kwasniok-Ära in Köln.

Der letzte Heimsieg im Rheinderby liegt zurück in der Saison 2023/24. Am 8. Spieltag besiegte man den Rivalen vom Niederrhein mit 3:1. Florian Kainz brachte den FC vom Elfmeterpunkt in Führung, ehe die Gäste durch Elvedi nach einer Ecke ausgleichen konnten. Doch auch den zweiten Elfmeter des Spiels verwandelte Kainz souverän, ehe Luca Waldschmidt in der Nachspielzeit für die Entscheidung sorgte.


So tippt unsere Redaktion

Max: 1:1
Tobi: 1:2
Nico: 3:1
Jan: 1:2
Leon: 2:1


Voraussichtliche Aufstellung 1. FC Köln
Schwäbe – Sebulonsen, Simpson-Pusey, Lochoshvili, Mensah – Krauß (Johannesson), Skhiri – Maina (Thielmann), Moore, S. El Mala – Bülter

Voraussichtliche Aufstellung M’Gladbach
Nicolas – Leszczynski (Neuhaus), Itakura, Diks – Hashioka (Scally), Sander, Stöger (Nguefack), Ullrich (Herold) – Machino (Mohya), Bolin, Kleindienst

Schiedsrichter: Florian Badstübner
Assistenten: Sven Waschitzki-Günther, Christof Günsch
Vierter Offizieller: Sören Storks
VAR: Patrick Hanslbauer
VAR-Assistent: Dr. Justus Zorn




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