Muskelverletzungen, Rotsperren und Systemumstellungen – Warum die FC-Defensive trotzdem Mut macht


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Seit der Horror-Verletzung von Abwehrchef Timo Hübers ist die Defensive beim FC eine Dauerbaustelle. Auf der Suche nach seiner besten Abwehrkette musste Kwasniok immer wieder improvisieren. Verletzungen und Sperren machten dem 44-Jährigen immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Mit Dominique Heintz, Sebastian Sebulonsen, Joel Schmied, Alessio Castro-Montes und Jahmai Simpson-Pusey fielen gleich fünf Defensiv-Akteure in dieser Spielzeit mit Muskelverletzungen aus. Hinzu kommen selbstverursachte Wunden wie die Rotsperre von Rav van den Berg während der Hinrunde oder die jüngsten Sperren von Simpson-Pusey (rot gegen den BVB) und Sebastian Sebulonsen (5. Gelbe beim HSV). Beide werden demnach im richtungsweisenden Derby am kommenden Wochenende fehlen.

All diese kleinen Rückschläge bewirken, dass kaum defensive Konstanz und Kontinuität entstehen kann. Auch die taktische Systemumstellung von Dreier- auf Viererkette erschwert das Einspielen einer konstanten Defensiv-Achse und wird von vielen FC-Fans kritisch gesehen. So blieb die FC-Abwehr in dieser Saison, im Vergleich zum vorherigen Spiel, nur 4-mal unverändert. Dass manche Spieler notgedrungen nicht auf ihrer Idealposition spielen, wird am jüngsten Rechtsverteidiger-Experiment um Tom Krauß deutlich, dessen Leistungen seit Wochen trotzdem noch zu den besten Kölnern zählen. Oder die Tatsache, dass Personalien wie Eric Martel oft in der Dreierkette aushelfen mussten, zeigt deutlich, dass defensiv dennoch Nachholbedarf besteht.

Dennoch sind sich FC-Fans weitestgehend einig, dass die Defensive in dieser Saison selten das Problem war. Vielmehr war es die offensive Harmlosigkeit, die zur mageren Punkteausbeute in der Rückrunde führte. Mit 1,37 xGoals pro Spiel liegt der FC knapp hinter dem Ligadurchschnitt (1,51 xG).

Nach anfänglich schwankenden Leistungen hat sich Cenk zuletzt immer stärker in den Fokus gespielt. Vom Trainer als „Maschine“ und „Vorbild“ geadelt und kürzlich mit Startelfgarantie vor dem HSV-Spiel betraut, drängte sich der Verteidiger zuletzt als gesetzte Konstante in der Abwehrreihe auf. Außerdem betonte Kwasniok wiederholt die Bedeutung eines linksfüßigen Innenverteidigers für den eigenen Spielaufbau. Dem Vernehmen nach besitzt der FC für den 25-Jährigen im Sommer eine Kaufoption im Bereich Umfang von 2 Mio. Euro.

Daneben überzeugte Rav van den Berg zuletzt und machte gegen den BVB laut Kwasniok sein „bestes Spiel“ im Trikot des FC. Anders als sein Nebenmann ist der 21-jährige Niederländer bereits fest verpflichtet und zentraler Bestandteil der Zukunftsplanung am Geißbockheim.

Ein etwas anderer Trend zeigt sich aktuell bei Sebastian Sebulonsen. Der Norweger kam zu Beginn der Saison für rund 2,5 Mio. Euro Ablöse aus Bröndby und war gleich die erhoffte Soforthilfe auf der rechten Abwehrseite. Zuletzt wurde der norwegische Nationalspieler jedoch durch eine Muskelverletzung ausgebremst und holte sich zu allem Überfluss bei seinem Comeback im Volkspark prompt die 5. Gelbe Karte ab. Ebenfalls fehlen wird Jahmai Simpson-Pusey, der weiter seine Rotsperre absitzt. Die Leihgabe von Manchester City überzeugte zuletzt als zentraler Mann in der 3er-Kette besonders mit seiner Ruhe im Spielaufbau und mit exzellentem Stellungsspiel. Vor allem mit dem Ball am Fuß blitzten immer wieder Ansätze seiner hervorragenden technischen Ausbildung in England auf. Nach Informationen des britischen Transferjournalisten Pete O’Rourke liegt die Kaufoption beim talentierten Engländer im Bereich der 8 Mio. Euro.

Trotz aller Widrigkeiten, die das Einspielen einer zentralen Defensiv-Achse bislang verkompliziert haben, geben aber besonders die bereits gezeigten Ansätze den Fans Grund zur Hoffnung. Ebenfalls zeigt die Altersstruktur, dass unter Kessler großer Wert auf junge, entwicklungsfähige Spieler gelegt wird – ein wichtiges Signal auch für die eigenen Talente. Mit Ausnahme von Routinier Dominique Heintz ist kein Defensivspieler beim FC älter als 30.

Welche Kaufoptionen am Ende tatsächlich gezogen werden, hängt maßgeblich vom Erreichen des Klassenerhalts und den erbrachten Leistungen im Saisonendspurt ab. Fakt ist: würde man beim FC zum Saisonende die Kaufoptionen aller Leihspieler ziehen, fiele wohl ein Paket zwischen 25 und 30 Mio. Euro an. Damit hätte man zwar einige Leistungsträger dieser Saison fest verpflichtet, die offenbarten Lücken in der Kadertiefe bestünden jedoch weiterhin. Der FC ist mit seiner defensiven Kaderplanung auf einem guten Weg. Könnte man personell häufiger aus dem Vollen schöpfen fiele die Bilanz wahrscheinlich sogar noch positiver aus. Allerdings haben die Verantwortlichen rund um Thomas Kessler während dieser Spielzeit auch gemerkt, dass es im Falle von Verletzungen schnell eng werden kann. Eines ist klar: Hält der FC die Klasse, können wir uns auf einen spannenden Transfer-Sommer am Geißbockheim freuen.




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