Schneckenrennen zum Klassenerhalt – Spieltagsvorschau 1.FC Union Berlin gegen 1.FC Köln


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1.FC Köln Union Berlin Schneckenrennen zum Klassenerhalt? Bundesliga EFFZEH

Foto: Instagram.com/makki.sport2


Die Saison befindet sich auf der Zielgeraden. 3 Spiele sind noch zu gehen – 9 Punkte zu vergeben. Bei aktuell 5 Punkten Vorsprung auf Platz 16 und 6 Punkten auf Platz 17 hat der FC sein Schicksal selbst in der Hand. Ein Sieg und man wäre so gut wie gerettet – auch wegen des starken Torverhältnisses. Für den Gegner gelten ähnliche Vorzeichen. Die Köpenicker stehen einen Punkt vor dem FC auf Rang 13 und hoffen ihrerseits ebenfalls den Klassenerhalt mit einem Sieg vorzeitig einzutüten. Inside Müngersdorf blickt für euch voraus auf den 32. Spieltag und die Partie 1.FC Union Berlin gegen den 1.FC Köln (Sa. 02.05. 15:30 Uhr, Alte Försterei und live bei Sky) sowie auf alle relevanten Abstiegsszenarien des Spieltags.

Für Chefcoach René Wagner bedeutet die Begegnung gegen die Unioner eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Als Co-Trainer wirkte Wagner unter Mentor Steffen Baumgart in 19 Spielen am Seitenrand der Berliner mit, ehe Thomas Kessler ihn zum Start dieser Saison zurück ans Geißbockheim lotste. “Ich hatte da eine lehrreiche Zeit, aber alles andere blende ich aktuell aus […]”, ordnete Wagner auf der Pressekonferenz am Donnerstag ein. Zu einem Wiedersehen mit seinem langjährigen Weggefährten Baumgart wird es aber nicht kommen.

Dieser wurde bekanntlich nach der ernüchternden Niederlage bei Schlusslicht Heidenheim (3:1) am 29. Spieltag freigestellt. In der Folge schrieb der Verein Bundesliga-Geschichte, indem mit Marie-Louise Eta die erste Frau überhaupt als alleinverantwortliche Cheftrainerin installiert wurde. Ihre Bilanz seit Amtsantritt bleibt dürftig. 2 Spiele, 2 Niederlagen, 2:5 Tore.

Unter Wagner zeigt sich beim FC ein anderer Trend. Gegen Leverkusen zeigte die Mannschaft die beste Saisonleistung unter dem Interimstrainer und stand nach 90 Minuten dennoch mit leeren Händen da. Im Duell der Interimslösungen geht es natürlich in erster Linie darum, das Spiel zu gewinnen. Darüber hinaus wollen beide die letzten Spiele bestmöglich als Argumentverstärker für eine potenzielle Festanstellung über den Sommer hinaus nutzen. Zumindest Wagner darf sich laut neusten Berichten vom Express und Sky realistische Chancen auf eine Vertragsverlängerung ausrechnen.

Natürlich wollen beide Teams zunächst die eigenen Hausaufgaben erledigen. “Die Jungs fühlen sich so wie die letzten Wochen auch, dass wir am Wochenende ein Spiel haben und 3 Punkte holen können”, verkündete Wagner, der dem Spiel nicht mehr Relevanz zusprechen wollte als anderen Spielen. Dennoch werden die Verantwortlichen mit Sicherheit – zumindest mit einem Auge – beobachten, was auf den anderen Plätzen geschieht.

Der HSV steht vor einem schwierigen Auswärtsspiel in Frankfurt, ehe es abschließend für die Hanseaten gegen Freiburg (H) und Leverkusen (A) geht. Durchaus denkbar, dass es für den HSV nochmal richtig eng werden könnte. Dafür muss der Stadtrivale FC St. Pauli aber zunächst sein Heimspiel gegen rückrundenstarke Mainzer gewinnen. Die Kiezkicker brauchen mindestens 6 Punkte aus den verbleibenden 3 Spielen, um den beiden Aufsteigern nochmal richtig gefährlich zu werden. Angesichts des weiteren Restprogramms Leipzig (A) und Wolfsburg (H) und der bitteren Niederlage gegen Schlusslicht Heidenheim (2:0) am vergangenen Spieltag besitzen die Jungs vom Millerntor lediglich eine Restchance auf den direkten Klassenerhalt.

In Wolfsburg hofft man derweil, eine völlig verkorkste Saison noch in die Relegation zu retten. Mit Blick auf das Restprogramm der Wölfe: Freiburg (A), München (H) und St. Pauli (A) wäre ein anderes Saisonziel als die Relegation wohl vermessen.

Für Schlusslicht Heidenheim könnte der Abstieg an diesem Wochenende schon Realität werden. Das Team von Frank Schmidt ist in München zu Gast und benötigt Punkte, um den Funken an Resthoffnung aufrechtzuerhalten. Selbst wenn einige Rotationen in der Startelf der Münchener zu erwarten sind, trauen wohl nur die wenigsten den Heidenheimern die Überraschung zu.

Auf Seiten des FC wird Mittelfeldmotor Isak Johannesson am Wochenende gelbgesperrt fehlen. Abgesehen von den Langzeitverletzten steht Wagner sonst die volle Kapelle zur Verfügung. Felipe Chávez könnte nach starkem Auftritt gegen Leverkusen erstmals von Beginn an auflaufen und den gesperrten Johannesson ersetzen.

Als Ache-Ersatz gilt Luca Waldschmidt als heißer Kandidat und würde demnach den Vorzug vor Marius Bülter erhalten. Auf die Frage, was für einen Startelfeinsatz von Waldschmidt spreche, antwortete Wagner trocken: “Ein bisschen mehr als letzte Woche, dann schauen wir mal, obs so kommt”, ohne sich komplett in die Karten schauen zu lassen. Es wird spannend zu sehen sein, wie mit der Personalie Eric Martel im Saisonfinale umgegangen wird, dessen Vertragssituation allmählich zur Transfer-Posse wird. Der ehemalige U21-Kapitän des DFB hat seit längerem ein unterschriftsreifes Angebot vorliegen, zuletzt machten jedoch Gerüchte über einen möglichen Abgang zum VfL Wolfsburg die Runde.

Die Berliner mussten am vergangenen Spieltag nicht nur eine herbe Niederlage gegen RB Leipzig (3:1) hinnehmen, sondern auch das inzwischen bestätigte Saisonaus für Stammkeeper Rönnow. Außerdem steht hinter dem Einsatz von Offensivspieler Wooyeong Jeong noch ein Fragezeichen. Je nach Matchplan könnten Ilyas Ansah oder der schnelle Oliver Burke die offensive Halbposition im Unioner 3-4-3-System bekleiden.

Beide Teams trafen in der Vergangenheit ligaübergreifend 19 mal aufeinander. Der FC hatte dabei oft das Nachsehen (6 Siege, 3 Remis, 10 Niederlagen). Exemplarisch: Der letzte Auswärtssieg in Köpenick (1:2) gelang dem FC am 11.04.2014. Am 30. Spieltag der Zweitliga-Saison 2013/14 erzielte Patrick Helmes gleich beide FC-Treffer und avancierte zum Spieler des Spiels.

Das Hinspiel (0:1) war aus Kölner Sicht eines zum Vergessen. Zum Jahresabschluss verloren die Geißböcke erst spät durch einen Treffer von Andres Schäfer in der Nachspielzeit gegen effiziente Unioner – inklusive roter Karte für Rav van den Berg. In der 1. Bundesliga warten die Geißböcke bislang vergeblich auf einen Auswärtssieg an der Alten Försterei. Ein guter Zeitpunkt, um diese Statistik aufzubessern.

Max: 1:2
Tobias: 1:1
Jan: 1:3
Leon: 0:1


Union: Doekhi (4 Gelbe), Köhn (4 Gelbe)
Köln: Kaminski (4 Gelbe), Krauß (4 Gelbe), Schmied (4 Gelbe), Thielmann (4 Gelbe), Martel (9 Gelbe)


Klaus – Doekhi, Querfeld, Leite – Trimmel (Juranovic), Khedira, Kemlein (Haberer), Rothe (Köhn) – Schäfer, Ansah (Burke), Ilic


Schwäbe – Sebulonsen, Simpson-Pusey, Cenk, Castro-Montes (Lund) – Chávez (Krauß), Martel, Kaminski – Maina (Thielmann), S. El Mala, Waldschmidt (Bülter)


Schiedsrichter: Daniel Schlager
Assistenten: Sven Waschitzki-Günther, Tobias Fritsch
Vierter Offizieller: Dr. Robin Braun
VAR: Johann Pfeifer
VAR-Assistent: Franz Bokop


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